25 – Was wäre das Besondere am Musik-Campus?

4. Oktober 2019||

Das würde der von allen Beteiligten genutzte, 1.200 Plätze bietende Konzertsaal sein, der höchsten akustischen Ansprüchen genügen würde und für Konferenzen auf 1.500 Plätze erweiterbar sein würde. Hier könnte das Sinfonieorchester jene Klangtiefe erzeugen, die modernsten akustischen Standards entsprechen würde.

24 – Wer sind überhaupt die freien Musik-Akteure?

4. Oktober 2019||

Die freien Musik-Akteure – das sind natürlich irgendwie wir alle, die wir musizieren. Das sind die zahllosen Chöre der Stadt, Schüler-Combos oder Indie-Bands, aber auch Götz Alsmann oder The Dandys. Im klassischen Sinne der Kulturpolitik sind aber vor allem die gemeint, die von ihrer Kunst leben, aber nicht institutionell gefördert werden. Diejenigen, die professionell und erfolgreich auch den öffentlichen Raum nutzen – und zwar in allen Stadtteilen.

23 – Kommen dann wieder mehr Weltklasse-Künstler nach Münster?

4. Oktober 2019||

Aber sicher! Mit einem konkurrenzfähigen Konzertsaal würden sich schlagartig auch die Möglichkeiten verbessern, Künstlerinnen und Künstler von international herausragender Bedeutung an das Sinfonieorchester zu binden und gemeinsam zu präsentieren. Auch für Orchester von Weltrang würde Münster wieder zu einem interessanten Anlaufpunkt; sie würden mit ihren Gastspielen die Standards setzen, die als Maßstab für das städtische Sinfonieorchester und sein Publikum gelten mögen. Auch jenseits der klassischen Musik würde Münster so zu einem Anlaufpunkt für echte Weltstars.

22 – Wäre der Musik-Campus ein Wettbewerbs-Faktor?

4. Oktober 2019||

Ganz klar, ja! Eine zeitgemäße musikalische Infrastruktur ist und würde ein ganz handfester Faktor im Wettbewerb um die besten Köpfe und ihre Familien bleiben. Mit dem Musik-Campus würde das Sinfonieorchester auch jenen zahlreichen münsteraner Musikbegeisterten, die es bisher vorzogen, in Dortmund, Essen oder Bochum Konzerte zu besuchen, ein adäquates Angebot machen können. Wer hohe Ansprüche an die musikalische und akustische Qualität von Sinfoniekonzerten, aber auch an die bauliche Attraktivität des Konzertsaales hat, würde nun in seiner Heimatstatt vorfinden, was er bisher in der weiteren Umgebung suchen musste. Die Identifikation mit Münster würde steigen und mit ihr auch die Besucherzahlen der städtischen Sinfoniekonzerte.

21 – Was ist das Besondere an Münsters Musiklandschaft?

4. Oktober 2019||

Das 100-jährige Jubiläum in Münster steht exemplarisch für ein besonderes Alleinstellungsmerkmal: In der Musikstadt Münster sind die Musikhochschule, die Westfälische Schule für Musik und das Sinfonieorchester gemeinsam mit den freien Musik-Akteuren über Jahrzehnte gewachsen. Diese Zusammenarbeit ist derzeit deutschlandweit die einzige, alle Bereiche von Musik und musikalischer Bildung durchdringende, Partnerschaft. Beispielhaft sind die Jugendakademie, der Einsatz von Studierenden im Sinfonieorchester im Rahmen von Orchesterpraktika oder das Jugendtheaterorchester zwischen der Westfälischen Schule für Musik und dem Theater der Stadt Münster zu nennen.

20 – Warum braucht die Friedensstadt einen Musik-Campus?

4. Oktober 2019||

Keine menschliche Kulturform hat eine derart integrative Wirkung wie die Musik. Sie begeistert Jung und Alt, Menschen gleich welcher Nationalität. Der Musik-Campus würde ein einmaliger Ort der Kommunikation, des „Zusammen-Stadt-Erlebens“ werden. Mit Stolz nennt sich Münster Friedensstadt: Wie könnte sich der Begriff besser manifestieren, als in einem solchen Campus? Hier würde er für alle täglich erlebbar: Kinder, die Freunde klassischer Musik und die der Rockmusik, die zahllosen Chöre und Ensembles, Menschen aus Münster und aus dem Umland, Deutsche und Zugewanderte. Wenn wir es richtig anpacken, könnte der Campus zu einem nie da gewesen Gemeinschaftsprojekt nicht nur der Institutionen, sondern der ganzen Stadtgesellschaft werden. Wenn wir alle ihn denn als UNSER Projekt begreifen.

19 – Würde auch die Bürgerschaft an den Planungen beteiligt?

4. Oktober 2019||

Natürlich. Der Musik-Campus soll die Musik in Münster demokratisieren. Es ist vorgesehen, in einem transparenten Informationsprozess die Konzepte vorzustellen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Runder Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern aller möglichen Teilgenres bzw. -sparten der freien Musik-Akteure, um Möglichkeiten und Bedarfe auszuloten.

18 – Warum ist die Zusammenarbeit mit den freien Musik-Akteuren so wichtig?

4. Oktober 2019||

Ganz einfach: Durch sie würde die Musiklandschaft noch bunter. Angetrieben von den freien Musik-Akteuren verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Musikgenres. Wo früher scharfe Abgrenzungen wie beispielsweise zwischen Klassik, Jazz, Rock und Pop, Laien- und Profimusikern bestanden, würde die freien Musik-Akteure die klassischen Musikinstitutionen gezielt herausfordern und würde so für neue Impulse sorgen.

17 – Wie könnte die freien Musik-Akteure eingebunden werden?

4. Oktober 2019||

Eine Einbindung der freien Musik-Akteure würde durch die Bereitstellung von angemessenen Probe-, Produktions-, Workshop- und Präsentationsmöglichkeiten gewährleisten. Freie Musik-Akteure und Ankernutzer könnten durch den Musik-Campus stärker kooperieren. Ihre Genrevielfalt – von freien Chören über experimentelle neue Musikensembles bis hin zu Rock- und Popbands unterschiedlichster Ausrichtung – lassen entsprechend differenzierte Anforderungen an die Räumlichkeiten, ihre Ausstattung und Nutzungskonditionen sowie an das „Klima“ und eine inspirierende Gesamtatmosphäre dieses Kreativzentrums erwarten. Technische und logistische Herausforderungen könnten auf dem Musik-Campus in echter Kooperation gemeinsam bewältigt werden.

16 – Würde der Musik-Campus allen offen stehen?

4. Oktober 2019||

Ja, es soll ein Raum für alle sein: Jung und Alt, einheimisch und zugewandert, Profi und Amateur! Hier sollen sich auf ganz neue Weise Musizierende gegenseitig oder im lebendigen Austausch mit Besucherinnen und Besuchern, Flaneuren, Tagungsteilnehmenden oder schlicht Neugierigen begegnen und inspirieren lassen. Musik würde auf dem Musik-Campus lebendige Realität, das Konzerterlebnis eine natürliche Beschäftigung mit Musik. Architektonisch soll der Musik-Campus daher durch eine offene Bauweise diese Wirkung unterstützen und so einen neuen Ort in Münster schaffen, der für interkulturelle Lebendigkeit, künstlerisches Schaffen und kulturellen Genuss steht.

Nach oben